Besuch Radiomuseum Papenburg

Zum vierten Male bekam Rudi Evers am 10.11.2018 in seinem Papenburger Rundfunk- und Malermuseum Besuch von den Leeraner Funkamateuren. Diese folgten seiner Einladung doch ´mal wieder reinzuschauen. 

Das Areal des nicht öffentlichen Museums erstreckt sich über verschiedene Räume, welches Geräte vom einfachen Detektorempfänger aus dem Jahr 1925 über den Volksempfänger VE 301, der 1933 auf den Markt kam, bis hin zu Exemplaren der 50er, 60er und 70er Jahre zeigt. So waren Edison Sprechmaschinen mit den dazugehörigen Tonwalzen, Musiktruhen aus den 20ern und 30ern, portable Grammophone, Detektoren und Radioempfänger aus dieser Zeit zu bewundern. Sämtliche Grammophone und die mit Federkraft angetriebenen Plattenspieler konnten aus den Schellackplatten eine erstaunlich gute Wiedergabequalität in Anbetracht der dahinter stehenden stromlosen Technik und dem Alter der Geräte herausholen.

Eine unüberschaubare Anzahl von Zubehör für die vorgenannten Exponate, wie Werbe- und Servicematerial, Tonabnehmernadeln und -Membranen in verschiedenster Ausführung, etliche Schellackplatten, Musikboxen sowie Elektronenröhren und Meßgeräte für die Wartung und Reparatur dieser vergangenen Technik weckten Begeisterung. Besucher, die das Museum bereits schon mehrfach frequentiert hatten, konnten dennoch Neues entdecken. Beeindruckend war ebenfalls die umfangreiche Sammlung von tragbaren Koffergeräten aus der Wirtschaftswunderzeit, gab es doch Philettas in allen Variationen und weitere Geräte der – heute nicht mehr im Sprachgebrauch bekannten – Marken Lorenz, Schaub, Grundig, Nordmende, Philipps, Blaupunkt, Telefunken zu sehen.

Eine andere Sparte des Wirkens von Rudi Evers war in der Abteilung Malerhandwerk zu besichtigen. Diverse Farbdosen im Originalzustand, diverse Pinsel in allen Ausführungen, Werbeschilder und Werkzeug zur manuellen Herstellung von Tapetenbahnen zeigten eine vergangene Welt der Wohnraumgestaltung. Liebevoll war auch ein Kontor von Rudis Vater eingerichtet, welches mit hand- und maschinengeschriebenen Rechnungen, künstlerisch filigran gestalteten Meisterbriefen sowie einer mehr als 100 Jahre alten Schreibmaschine, einer Mignon aus dem Jahre 1903 ausgestattet war.

Da die mehrstündige, kräftezehrende Führung doch einigen Besuchern alles abverlangte, kredenzte Rudi aus seiner eigenen Museumsbrennerei nach dem Motto "Hilft immer!, schmeckt immer!" ein Konglomerat aus Leinöl, Terpentin und Sikkativ., welches im Handumdrehen bei den Probanden die Lebensgeister wieder reaktivierte.

Das Museum befindet sich in 26871 Papenburg, Am Stadion 3 und ist nach telefonischer Absprache unter 04961-6976 buchbar. Der Eintritt ist frei, Spenden werden jedoch gerne entgegengenommen.
 

Tags: Radiomuseum